Eine besondere Tradition verbindet Generationen von Schülerinnen und Schülern an der Realschule am Judenstein seit 28 Jahren, die sogenannten Zeitkapseln in den Schreinen der Erinnerung. Initiiert wurde dieses Projekt im Jahr 1998 vom Schulleiter RSD a. D. Anton Schels, der durch den ehemaligen Schüler und Künstler Georg Fiederer eigens zwei kunstvoll gestaltete Schreine mit zweimal 40 Fächern für den Meditationsraum anfertigen ließ. Seine Idee war es, zum 40-jährigen Jubiläum der Schule, Erinnerungen an die Schulzeit nicht nur im Gedächtnis zu bewahren, sondern ihnen auch einen festen, sichtbaren Platz in der Schule zu geben. Georg Fiederer nannte es ein „verborgenes Museum“.
Seitdem wurden schon viele Fächer für immer verschlossen. Hinter den Bleiplatten finden sich persönliche Gegenstände, Fotos, Briefe, Datenträger, kleine Objekte, gesammelte Zitate oder kreative Werke, sogar Zigarettenschachteln sollen gesichtet worden sein – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So entsteht nach und nach ein wachsendes Archiv an Erinnerungen, das die Vielfalt und Geschichte unserer Schulgemeinschaft über viele Jahre hinweg dokumentiert.
Auch Ehemalige beteiligten sich regelmäßig an dieser Tradition. Sie kehrten zur Abschlussfeier zurück, berichteten von ihrer eigenen Schulzeit und brachten symbolische Gegenstände mit, die ebenfalls ihren Platz in den Schreinen fanden. Auf diese Weise entstand ein lebendiger Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Während der Pandemie musste diese schöne Tradition vorübergehend pausieren. Umso mehr freut es uns, dass sie seit dem Schuljahr 2024/25 wieder aufgenommen wurde.
Im Zuge der anstehenden Sanierungsmaßnahmen wurden die Schreine im Frühjahr 2026 aus dem Meditationsraum in den Seminarraum 208 verlegt. Besonders die Fachschaft Religion fühlt sich dieser Form der Erinnerungskultur verbunden und hat sich dafür eingesetzt, die Übergabe der Zeitkapseln fest im Abschlussgottesdienst zu verankern. Die Erinnerungsstücke werden in den 10. Klassen in einer Box oder einem Umschlag gesammelt und im Rahmen des Abschlussgottesdienstes übergeben, bevor sie feierlich in eines der Fächer der Schreine gelegt werden.
So bleibt die Zeitkapsel-Tradition ein fester Bestandteil unseres Schullebens – als wertvolle Brücke zwischen den Jahrgängen und als bleibendes Zeichen für die vielen persönlichen Geschichten, die unsere Schule prägen.


Title for This Block
Text for This Block




