Regensburger Schicksale zum Mitfühlen

Am 2. Juli 2026 war Thomas Muggenthaler, Regensburger Journalist und Autor, zu Gast an unserer Schule. Die Veranstaltung richtete sich an die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe und wurde vom Elternbeirat gefördert.

Nach den Willkommensworten von Herrn Kessner und Frau Pöllinger präsentierte Herr Muggenthaler „Alles Regensburger Geschichten“ in Form einer Lesung, die Vortrag, Fotografien und Zeitzeugenaudios miteinander verband. Der flüssige Wechsel zwischen seiner Einführung und den originalen Erzählungen schuf viele intensive, berührende Momente, die beim Publikum für spürbare Betroffenheit und Gänsehaut sorgten.

Im Mittelpunkt standen dabei die Lebensgeschichten von vier Regensburger Jüdinnen und Juden: Gerda Oppenheimer, Lore Jonas, Hans Rosengold und Otto Schwerdt. Ihre Erinnerungen erzählten von Kindheit in Regensburg, Ausgrenzung und Emigration – aber auch von Rückkehr: Rosengold und Schwerdt bauten nach der Shoah die Jüdische Gemeinde Regensburg mit auf und berichteten bis ins hohe Alter als Zeitzeugen an Schulen. Diese vier Portraits und weitere dreißig jüdische Kurzbiografien finden sich im Buch „Mit dem Leben davon gekommen“ wieder.

Die Lesung machte den Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern eindrücklich bewusst, dass jüdisches Leben seit Jahrhunderten zur Geschichte Regensburgs gehört – und dass Ausgrenzung, Verfolgung und Neuanfang sich nicht irgendwo, sondern hier abspielten: in den Straßen, Schulen und Geschäften unserer Stadt. Gerade weil die Erzählungen an Orte anknüpfen, die die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Alltag kennen, wurde Geschichte greifbar, die im Schulbuch oft abstrakt bleibt.

Musikalisch wurde die Lesung von Michael aus der 9a am Klavier untermalt, was die Atmosphäre zusätzlich vertiefte.

Insgesamt hinterließ die Veranstaltung einen starken Eindruck bei den Anwesenden: Eine gut strukturierte Lesung mit authentischen Stimmen und musikalischer Begleitung, die unter die Haut ging.