Am Dienstag, 27.10.2026, besuchte der deutsche Sinto und Holocaust-Überlebende Christian Pfeil unsere Schule, um ein moderiertes Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern unserer 10. Klassen zu führen. Herr Pfeil kam vermutlich im Januar 1944 in einem NS-Lager nahe Lublin (heutiges Polen) auf die Welt, seine Familie wurde bereits 1940 aus ihrer Heimat Trier vertrieben und in ein Konzentrationslager deportiert. Der Zeitzeuge berichtete von den unmenschlichen Bedingungen für seine Familie im nationalsozialistischen Konzentrationslager, den zahlreichen Entbehrungen und der ständigen Angst vor Gewalt und Ermordungen durch die NS-Schergen.
Nach dem Krieg entschied sich die Familie Pfeil, in das Land der Täter, ihre Heimat, zurückzukehren und einen Neuanfang zu wagen. Christian Pfeil wurde erfolgreicher Gastronom und Musiker, die Anfeindungen gegen ihn als Sinto blieben jedoch nicht aus und gipfelten in rechtsradikalen Anschlägen auf seine Lokale, die dabei vollständig verwüstet wurden. Herrn Pfeil ist es seither ein spürbares Anliegen, über die von Ausgrenzung und Diskriminierung geprägte Geschichte seiner Familie zu erzählen, um die heutige Jugend auf eindrückliche Weise zu warnen und zu mahnen. Die zahlreichen Fragen unserer angehenden Absolventinnen und Absolventen zeugen von großem Interesse für diese Veranstaltung, die nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag für die „Schule ohne Rassismus“ leistet und zugleich ein Plädoyer für den Einsatz für unser demokratisches Miteinander sein soll.
Christian Rank




