„REGENSBURG – Boomtown … für alle?“ – Expertengespräch mit Mitarbeitern des Stadtplanungsamtes in der Klasse 9a

von | 12. Januar 2017 | Aktionen

Ist Regensburg eine moderne, familienfreundliche Stadt? Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer der vielen Bauprojekte in dieser beliebten Boomtown, die seit Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum verzeichnet? Wächst Regensburg umgestoppt ins Umland? Und: Wie hält es die Stadt eigentlich mit dem Hochwasser- und Naturschutz?
Zu diesen Fragen luden wir die Stadtplaner Herrn G. Pielmeier und Herrn B. Eichinger zu einem Expertengespräch ein, die uns am 10. November 2016 drei Stunden lang Rede und Antwort standen.

Das haben wir herausgefunden:

Regensburg ist eine echte Boomtown! Sie steht nicht nur wegen ihrer wunderschönen Altstadt (Unesco-Weltkulturerbe), sondern vor allem aus wirtschaftlichen Gründen auf Platz sechs der deutschlandweit beliebtesten Städte. Der jährliche Zuzug von Neubürgern steigt und steigt. Deshalb werden in Regensburg momentan so viele zeitgleiche Bauprojekte umgesetzt wie selten in der Stadtgeschichte.

Auch, wenn viele Bauten scheinbar wie Pilze aus dem Boden schießen: Nichts geschieht ungeplant in der Stadt! Alle Baumaßnahmen folgen einem verbindlichen, langfristigen Gesamtplan, der von den Leitern und Mitarbeitern des Regensburger Stadtplanungsamtes genauestens verwaltet wird:  dem sogenannten Flächennutzungsplan.

Über allen Planungen steht allerdings der Umwelt- und Hochwasserschutz. Bis gebaut werden kann, müssen sich also Verwaltung, Investoren, Grundstückseigentümer, Gutachter und der Stadtrat unter Berücksichtigung aller Gesetze einigen. Außerdem hat auch jeder Bürger das Recht, sich in die Planungen einzubringen. Die Entscheidungshoheit liegt aber am Ende immer beim Stadtrat.

In derart langwierigen Planungsprozessen enstehen am Ende oft Kompromisslösungen, die nicht jedem gefallen können. So sind etwa die Burgweintinger Baugebiete ziemlich eintönig und wenig ansprechend geraten, erfüllen dafür aber alle Merkmale eines nachhaltigen Umgangs mit Flächen und natürlichen Ressourcen.

Ein weiteres Beispiel: An der Nibelungenkaserne wird zu wenig sozialer Wohnungsbau umgesetzt, sodass sich vor allem Wohlhabende dort ein Eigenheim leisten können. Tatsächlich bleibt diese brennende Frage nach der Teilhabe aller Bürger an und in der Stadt für uns offen: Regensburg scheint sich hin zu einer Stadt der Besserverdiener zu entwickeln.

 

G. Pielmeier, Leiter der Abteilung „Stadtplanung Nord/Süd/Ost/West“ (li) und B.Eichinger, zuständig für den Panungsbereich „Stadtmitte“ (re) im Gespräch mit den Schülern